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Pfarrer Paul Josef Nardini

Pfarrverweser in Geinsheim

Paul Josef Nardini war in den Jahren 1850 und 1851 Pfarrverweser in unserer Gemeinde. Schon in Geinsheim hat er damals großartiges bewirkt:

Die Seelsorgsarbeit in Geinsheim war nicht leicht, hatte doch der vorherige Pfarrer die Pfarrei 29 Jahre vernachlässigt. "Nur einer gewissenhaften, umsichtigen Seelsorge, einem rastlosen Eifer und einer vollen männlichen Geistes- und Leibeskraft" könne es gelingen, die Pfarrei "nach Jahren in einen annehmbaren Zustand zu erheben.", schrieb Nardini ans Ordinariat.

Der 29jährige Nardini hatte anfangs mit vielen Widerwärtigkeiten zu kämpfen, doch ging er voller Begeisterung und mit großem Einsatz ans Werk. Bald schon zeigten sich die ersten Früchte in seiner priesterlichen Tätigkeit. In knapp neun Monaten seines Wirkens hatter er die Pfarrei stark verändert.

In einem Brief an den Bischof bemerkten die Katholiken von Geinsheim, dass sie Nardini als "einen guten Hirten erkannt" hätten. Sie bezeugten: "Unsere Männer sind ganz umgewandelt, unsere Kinder sind neu geboren, wir alle haben jetzt das rechte Licht erhalten. Keiner in Geinsheim, auch wenn er noch so hochbetagt" sei, habe je "solche Worte des heiligen Evangeliums gehört als in diesem dreiviertel Jahr von ... Pfarrer Dr. Nardini." Es war ihm nach kürzester Zeit gelungen, die Geinsheimer Katholiken aus ihrer Lauheit herauszuholen und sie für den Glauben neu zu entflammen.

Die Begeisterung ging sogar so weit, dass im Jahr 1851, als er nach Pirmasens versetzt wurde, ca. 250 Geinsheimer Frauen ein Gesuch unterzeichneten, in dem sie den Speyerer Bischof baten, “dass er ihren bisherigen segensreichen Seelsorger (sc. Pfr. Nardini) als Pfarrer schenken möge und so die Gnade des Himmels und der Erde vollkommen mache. Diese Bitte wurde allerdings nicht erfüllt.

Vater der Armen

Nardini galt schon zu seinen Lebzeiten als "Vater der Armen". Als junge Priester, der selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammte, 1851 in Pirmasens seine Stelle antrat, herrschte in der jungen Industriestadt vielfältige Not.

Armut und Hunger trieben viele Bewohner zum Hausieren und Betteln, die Kinder verwahrlosten. Nardini sammelte junge Frauen um sich, die sich sozial engagieren wollten.

Gegen manche Widerstände gründete er 1855 eine Ordensgemeinschaft, die in der Kranken- und Altenpflege sowie in der Erziehungsarbeit tätig wurde. Seine Schwesterngemeinschaft, die "Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie" - auch Mallersdorfer Schwester genannt -, entwickelte sich zum größten sozialen Orden, der im Bistum Speyer entstanden ist. Die Schwestern wirken heute nicht nur in Deutschland, sondern auch in Rumänien und Südafrika.

Nardini starb 1862 im Alter von nur 40 Jahren. Das Grab Paul Josef Nardinis kann in der Kapelle des Nardinihauses in Pirmasens, der Gründungsstätte des Ordens, besucht werden. Dort haben die Schwestern auch eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung über Leben und Werk des Sozialapostels eingerichtet.

Seligsprechungsprozeß

Am 22. Oktober 2006 fand im Dom zu Speyer die Seligsprechung statt. Als Legat des Papstes stand der Münchner Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter der Feier vor. Dies ist für unsere Gemeinde eine besondere Ehre und Freude. Viele seiner Worte sind auch heute noch von großer Bedeutung für uns. So schreibt Pfr. Nardini einmal:

Wer Gott liebt, der ist reich auch in der Armut, geehrt auch in der Dunkelheit, mächtig auch in der Schwäche, weise auch in der Einfalt, frei auch in Ketten, gesund auch in der Krankheit, denn ihn erfüllt das friedvolle Wissen: Gott liebt mich!

Lebenslauf

Weiterführende Links und Material

Quellen: Bistum Speyer, Kloster Mallersdorf